Promis oder so 0

Ich danke Herb Lieberman

Nein, ich schaue mir die Oscar-Verleihung nie live an. Mir reicht schon die Zusammenfassung. Besonders die Dankesreden. Nachdem die magischen Worte „And the Oscar goes to …“ gefallen sind, stürmt der/die Geehrte auf die Bühne und sagt erst so ein- bis zehnmal „Oh, my god“ (mit Rücksicht auf Leser, die nicht der englischen Sprache mächtig sind oder keine Lust haben, sich damit rumzuschlagen, mache ich jetzt in Deutsch weiter) „Oh, mein Gott“.

Die Damen lassen zu diesem Zeitpunkt gerne die Tränen kullern oder kichern hysterisch. Dann kommt der Satz „Als ich noch ein Kind war, hätte ich nicht gedacht, dass ich hier stehe“. Wirklich? Als ich ein Kind war, habe ich mir genau ausgemalt, wie ich jetzt an einem Computer sitze und so was  schreibe. Dann wird der Academy gedankt – Einblendung der säuerlich lächelnden anderen Nominierten – und Herb Lieberman, Dickie, Tom und Sally, die das ermöglicht haben. Wir, die wir vor dem Fernseher sitzen, sind ganz ergriffen.

Aber wer ist Herb Lieberman, Tom und Dickie? Und warum sagen die Oscar-Preisträger nicht mal „Ätsch, Ihr Nullen“ oder „Ich bin zwar ein grauenvoller Schauspieler, aber wer einen blinden Vater von zehn kriminellen Kindern spielt, der trotzdem mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet und außerdem Schwimm-Weltmeister wird, dem ist der Oscar fast sicher – und ich danke auch Herb Lieberman für die leckeren Schnittchen“.

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